November 2026

Liebe Theaterfreundinnen und Theaterfreunde, sehr geehrte Damen und Herren!

Der November steht mit zwei unterschiedlichen Stücken ganz im Zeichen der Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, immer mit Blick darauf, was uns die menschenverachtenden Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 an Verständnis und Entscheidungen für heute und morgen vermitteln können.

„Insbesondere in Zeiten, in denen einige die Ideen von Rassenlehre und Ähnlichem wieder aufleben lassen wollen, müssen wir gegenhalten. Denn ”nie wieder” ist nicht morgen, ”nie wieder” ist jetzt.” 
(Stefan Schwartze) 

Ein anderes Leben hätt’ ich mir gewünscht

  • Text: Rinus Knobel und Ensemble
  • Bühnenbild und Spiel: Crischa Ohler, Sjef van der Linden

  • Regie: Rinus Knobel

  • Ab 14 Jahren

Eine Auseinandersetzung mit den Geschehnissen in der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Weilmünster (heute Vitos-Klinik Hessen) zwischen 1938 und 1945, die als konkretes und gleichzeitig allgemein gültiges Beispiel für die menschenverachtende Ideologie, die schleichende Manipulation und die Verbrechen der Nationalsozialisten steht. 

In einer Mischung aus eigenen Texten, Schauspiel, Projektionen, Installation und Tonfragmenten steht ein groteskes Spiel um Erinnern und Verdrängen am Beispiel einer Opfer- und einer Täterbiografie im Mittelpunkt – eine dramatische Begegnung, ein Flashback im Hier und Jetzt, ein Ringen um Schuld und Vergebung. 

Eine Inszenierung, in der es um persönliche Verflechtungen in die NS-Ideologie geht, um aktive Vertreter und Mitläufer, um die zweifelhafte Rolle der Ärzteschaft und um eine letztendlich tragische Familiengeschichte.

„Nur wenn Ärzte und Ärztinnen die Vergangenheit wirklich verstehen, können sie die Zukunft der Medizin gestalten – eine Zukunft, die von Menschlichkeit, Ethik und Verantwortung geprägt sein muss. Insbesondere in Zeiten, in denen einige die Ideen von Rassenlehre und Ähnlichem wieder aufleben lassen wollen, müssen wir gegenhalten. Denn ”nie wieder” ist nicht morgen, ”nie wieder” ist jetzt.”
(Stefan Schwartze, in der ZEIT 17/2024)

  • Sa  07.11.  19.00

Anders als in der Presse irrtümlich angegeben beträgt der Eintritt so wie immer 10,00 € für Erwachsene / 6,00 € für Jugendliche / 5,00 € bei Schulvorstellungen.

mini-art unterwegs

Ein anderes Leben hätt’ ich mir gewünscht

  • Di  10.11.  20.00
  • Mi  11.11.  8.45 und 11.15  Schulvorstellungen

In Kooperation mit dem Verein ‚Weilburg erinnert e.V.’
Stadthalle Weilburg
Langgasse 25
35781 Weilburg.

Wach auf im Diesseits

GastFreunde bei mini-art

Wach auf im Diesseits
Die Künstlerin und Autorin Ingeborg Jung. Film und Texte

Dieser wunderbare und berührende Film von Carla Gottwein dokumentiert die Arbeit und Lebenssituation der leider kürzlich verstorbenen Autorin und Künstlerin Ingeborg Jung.

1951 in Bad Honnef geboren, widmete sie sich schon seit ihrer frühen Jugend dem Zeichnen und Verfassen von Gedichten. Sie studierte Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte und Pädagogik, 1974 Abschluss an der FHS Köln im Fachbereich Freie Grafik mit einem Diplom.

In ihren Bildern und Texten setzte sie sich auch mit ihren eigenen Erfahrungen seelischer Ausnahmezustände und den Aufenthalten in psychiatrischen Einrichtungen auseinander. Ihre Arbeiten entstanden häufig als Reaktion auf das politische Geschehen. Dazu gehörten auch historische Ereignisse, wie zum Beispiel die Ermordung von psychisch Kranken während des Dritten Reichs. 

Gefördert vom MuSeele e.V. – Museum für Psychiatrie 2024

  • Sa  14.11.  18.00

Ännes letzte Reise

Ännes letzte Reise

Parallel und in Kooperation zur Ausstellung „Die nationalsozialistischen „Euthanasie”-Morde” (s.u.) zeigt das Theater mini-art seinen ‚Klassiker’, die Vorstellung

Ännes letzte Reise

Ein Theaterstück zum Thema ‚Euthanasie’ im Nationalsozialismus eine dokumentarische Fiktion über ein lange verschwiegenes – auch regionales Thema

  • Mit Crischa Ohler und Sjef van der Linden
  • Regie Rinus Knobel
  • Ab 14 Jahren                  

Änne wird als junge Frau zur Zeit des NS-Regimes in die psychiatrische Klinik  Bedburg-Hau eingewiesen. Mit einem Theaterstück, das sich sowohl auf biografisches und dokumentarisches Material stützt als auch auf unsere Vision vom Innenleben der handelnden Personen – Opfer und Täter*innen – folgen wir ihrem erschütternden Schicksal bis zum Abtransport in eine Vernichtungsanstalt.

Ausgangspunkt ist der dokumentierte Fall der jungen Patientin Anna Lehnkering, die zusammen mit zunächst 500 weiteren Patient*innen – als eine der Ersten von deutschlandweit insgesamt 300.000 – am 06.03.1940 aus der Klinik in Bedburg-Hau nach Grafeneck abtransportiert und dort am 07.03.1940 ermordet wurde. Dabei wurden diese Morde u.a. als ‚Versuchsanordnung’ für die Vergasungen in den Konzentrationslagern durchgeführt.

Eine erschreckend aktuelle Parabel zur Frage der Abwertung anderer, der Gewalt gegen alles, was nicht in die eigenen Wertvorstellungen passt.  

  • Sa  21.11.  19.00 (Achtung! Geänderte Anfangszeit)

Der Förderverein Bedburger Begegnungspark zeigt vom 06.-30. November 2026 die Wanderausstellung des Gedenk- und Informationsortes Tiergartenstr. 4.
„Die nationalsozialistischen ‚Euthanasie’-Morde” in der LVR-Klinik, Haus 1, Nördlicher Rundweg.

Für die Öffentlichkeit Sa + So von 13.00 bis 17.00.
Für Schulen in der Woche nach Vereinbarung und in möglicher Kombination mit einem Theaterbesuch.

Anders als in der Presse irrtümlich angegeben beträgt der Eintritt so wie immer 10,00 € für Erwachsene / 6,00 € für Jugendliche / 5,00 € bei Schulvorstellung

Vorankündigung Dezember

Uraufführung/Premiere 

Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest 

  • Von Navid Kermani
  • Für die Bühne bearbeitet von Theater mini-art
  • Mit Crischa Ohler, Sjef v. d. Linden
  • Regie Rinus Knobel
  • Für alle ab 5 Jahren

Da will jemand nach Afrika reisen. Alle freuen sich: Augen, Ohren, Nase, Mund, Bauch, Kopf, Herz, Popo, Beine, Kehle, Füße und die rechte Hand… Nur eine, die will nicht mit: die linke Hand. 

„Zu Hause ist es schöner,” protestiert sie und hält sich an der Heizung fest. Und weil die linke Hand nicht nur störrisch ist, sondern auch ziemlich schlau, nimmt das Chaos seinen Lauf. Was passiert, wenn alle gegen eine sind und eine gegen alle ist. Ist der Streit zu lösen? Kommen sie jemals in Afrika an?

Navid Kermani erzählt eine verrückte, poetische und sehr komische Geschichte übers Fern- und Heimweh, über die Sehnsucht nach dem Abenteuer und die Angst vor dem Neuen, über den Zwiespalt, den jede und jeder in sich trägt und über das Geheimnis Mensch, „ja, nicht nur unser Kopf… unser ganzer Körper ist ziemlich klug”. 

Kermani lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für seine Romane, Essays und Reportagen erhielt er unter anderem den Kleist-Preis, den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Thomas-Mann-Preis.

Familienvorstellungen:

  • Sa 05.12. 16.00 Premiere 
  • So 20.12. 16.00

Schulvorstellungen:

  • Fr  04.12.  10.00  Schulpremiere
  • Di  08.12. / Mi 09.12.  jeweils 10.00
  • Di  15.12. / Mi 16.12. / Do 17.12. / Mo 21.12.  jeweils 10.00

In eigener Sache

Das Theater mini-art Das Theater mini-art e.V. plant, die Theaterleitung an eine jüngere Generation zu übergeben. Dafür suchen wir einen Nachfolger/eine Nachfolgerin mit Kompetenz und Engagement, mit nachweislichen Erfahrungen im künstlerischen und theaterpädagogischen, eventuell auch theatertherapeutischen Bereich.

Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich auf einen Standort im ländlichen Raum und auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik einzulassen und ihn weiterzuentwickeln.

Nähere Auskünfte gibt das Theaterbüro.

Zu unserem Logo, der Spirale

Die Spirale ist ein kraftvolles Symbol für Energie, Schwingung, Spiritualität und Veränderung. Alles im Universum ist in Bewegung. Spiralen sind überall in der Natur zu finden: Universum, Schnecken, Muscheln, Pflanzen, Bäume, Spinnennetze – und auch unsere DNA ist spiralförmig. Die Spirale ist der Anfang, die Mitte und das Ende. Es ist der kosmische Atem, das Ein- und Ausatmen des Lebens und der Wandel.